Ohrakupunktur - eine sehr wirkungsvolle Reflexzonentherapie

Die Ohrakupunktur ist eine Reflexzonentherapie. Sie beruht auf der Vorstellung, dass sich ein auf dem Kopf stehender Embryo in der Ohrmuschel widerspiegelt. Organe, Gliedmaßen und andere Körperzonen lassen sich so bestimmten Stellen an der Ohrmuschel zuordnen.

Aufgrund dieser Zusammenhänge lassen sich zum einen Erkrankungen über das Ohr diagnostizieren, zum anderen lassen sich therapeutische Reize über die entsprechenden Reflexpunkte am Ohr an den gestorten Organen oder Körperzonen setzen.

Eine weitere Wirkung der Ohrakupunktur ist das Stabilisieren der Meridiane (Energieleitbahnen), um dadurch die Regulationskräfte des Körpers zu unterstützen und Blockaden zu lösen.

Die Behandlung der Ohrakupunkturpunkte wird mit besonders kurzen Akupunkturnadeln durchgeführt. Bei Kindern oder ängstlichen Patienten kann die Nadelung durch Ohrmassage, Akupressur, Laserbehandlung oder durch die Bestrahlung mit Farben ersetzt werden. Die Dauer und Häufigkeit der Behandlung richtet sich danach, ob es sich um ein akutes oder ein chronisches Geschehen handelt. Die Nadeln bleiben in der Regel fur 15 bis 45 Minuten im Ohr. Die Ohrakupunktur kann alleine oder begleitend zu anderen Therapiemethoden angewendet werden.

Einsatzmöglichkeiten der Ohrakupunktur

  • Akute und chronische Schmerzen des Bewegungsapparates
  • Allergien
  • Atemwegserkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts
  • Hauterkrankungen
  • Beschwerden in den Wechseljahren
  • Prämenstruelles Syndrom
  • Schlafstörungen
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Raucherentwöhnung
  • Übergewicht


Geschichte der Ohrakupunktur

Die erste schriftliche Erwähnung der Ohrakupunktur findet sich im 1. Jahrhundert vor Christus in China. Schon zu dieser Zeit waren Zusammenhänge zwischen dem Ohr und entsprechenden Körperregionen bekannt. In China wurde die Ohrakupunktur im Gegensatz zur Körperakupunktur vernachlässigt. Erste Hinweise zu dieser Behandlung in Europa finden sich im 17. Jahrhundert. Damals wurden Kauterisationen am Ohr durchgefuhrt, um Schmerzen im Verlauf des Ischiasnervs zu mildern (Kauterisation = operatives Entfernen von krankem Gewebe durch Hitze). Erst durch die Veröffentlichungen des französischen Arztes Dr. Paul Nogier im Jahre 1956 wurden die (Traditionelle Chinesische Medizin) in Fernost wieder auf die Ohrakupunktur aufmerksam. Die Forschungen von Dr. Nogier fanden weltweit großes Interesse und erlebten so auch in China eine Renaissance, wo sich die chinesische Schule entwickelte. Heute wird die Ohrakupunktur zunehmend neben der Körperakupunktur eingesetzt und hat sich in China mittlerweile als eigenständige Therapie etabliert. Seitdem wurden beide Konzepte der Ohrakupunktur - das chinesische und das französische - parallel zueinander weiterentwickelt, wobei in unseren Breiten das Konzept von P. Nogier weiter verbreitet ist.

Dr. Paul Nogier - die französische Schule Dr. Nogier fiel bei einigen seiner arabischen Patienten eine Narbe am Ohr auf. Dies wurde früher zur Schmerzbehandlung bei Ischiasschmerzen oder Hexenschuss durchgeführt. Er probierte sich erst selbst in der Kauterisation (= Gewebe wird durch einen Brenneisen oder durch Ätzmittel zerstört) aus, ersetzte diese Methode dann aber durch das Stechen von Nadeln. Auf diese Weise erhielt er die gleiche positive Wirkung, ohne jedoch bei seinen Patienten Narben zu hinterlassen. Mit der Zeit entdeckte Dr. Nogier den Zusammenhang zwischen der gesamten Wirbelsäule und ihrer Projektion an bestimmten Punkten im Ohr. Auch die korrespondierenden Punkte aller Körperorgane konnte er mit der Zeit lokalisieren.

Rechtlicher Hinweis:
Wie die meisten Naturheilverfahren wird die Ohrakupunktur von der Schulmedizin nicht oder nur teilweise anerkannt. Sie gehört jedoch zu den Methoden der Alternativmedizin und kann für die jweiligen Diagnosen bzw. Therapien förderlich sein sowie andere Verfahren sinnvoll ergänzen.